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Texte



DIE CENTURIE DER MÖNCHE KALLISTUS UND IGNATIUS

Kap. 16 Die zehn Vorbedingungen der Ruhe (Ausschnitte aus Nr. 6 und Nr. 7)

 

6. Dass du das Schweigen lieben sollst

 

Vom sechsten zu reden, nämlich davon, dass du schweigen musst, nötigt uns die innere Folgerichtigkeit. Und davon spricht der Hl. Isaak: “Wer seinen Mund vor den missgünstigen Reden bewahrt, hält sein Herz frei von Begierden; und wer sein Herz von den Begierden reinigt, schaut allezeit den Herrn. Und wenn du alle Werke des Lebens in die eine Waagschale legst, das Schweigen aber in die andere, dann wirst du sehen, dass die Waagschale des Schweigens mehr Gewicht hat”.
Und: “Liebe das Schweigen über alles, weil es dich der Frucht am nächsten bringt. Die Zunge ist nicht imstande, dies zu schildern. Zuerst müssen wir uns zum Schweigen zwingen : dann aber erwächst aus unserm Nicht-Reden etwas, das uns zum Schweigen selbst hinführt. Gebe Gott, dass du das Etwas spüren darfst, was in dir aus dem Schweigen geboren wird”.
Wenn du anfängst dir diese Handlungsweise zu eigen zu machen, dann kann ich nicht ermessen, wieviel Licht dir daraus erstrahlt.
Und wiederum: “Das Schweigen ist das Mysterium der künftigen Zeit; das Reden aber ist das Werkzeug dieser Welt.”

 

7. Dass du “ruhig” sein musst.

 

Das siebente, dass du nämlich ein geruhsames Leben führen sollst, zeigen am besten der grosse Basilius (6) und wiederum der Hl. Isaak; jener sagt: “Die Ruhe ist der Anfang der Seelen-Reinigung”, dieser aber: “Das Endziel der Ruhe ist das Schweigen von allem”... Aber auch Klimakus sagt: “Das Werk der Ruhe ist es hautpsächlich, sich um nichts zu kümmern,weder um Vernünftiges, noch um Unvernünftiges. Denn wer dem ersten die Tür öffnet, wird bald dem zweiten verfallen”.

 

Aus “Die Meditation des Herzensgebets” von Alfons Rosenberg
Otto Wilhelm Barth Verlag



 


VERZEICHNIS DER SCHWEIGEMEDITATIONEN
zur Förderung der religiösen und kulturellen Einheit